Behandlungen

Die Niere

Die Niere reinigt das Blut von Abfallstoffen und reguliert den Säure-Basen-Haushalt sowie den Körpersalz-Gehalt des Körpers. Ebenfalls reguliert die Niere den Blutdruck und ist an der Blutneubildung und der Hormonbildung beteiligt. Die niere reguliert auch den Wasshaushalt des Körpers.

Behandlungen Nierensteinzertrümmerung

Steinzertrümmerung mit gebündelten Stosswellen ESWL

80 % der Nieren- und Harnleitersteine werden spontan über die ableitenden Harnwege ausgeschieden. Die übrigen, oft blockierenden oder grössere Steine werden heutzutage mittels Stosswellen (ESWL) zertrümmert. Mit Hilfe hochenergetischen Schallwellen (Stosswellen), die in einem Lithotrypter erzeugt und fokussiert werden, können die Steine unter Ultraschall- oder Röntgenkontrollle gezielt zertrümmert werden. Die Behandlung wird unter einer Schmerzmittelapplikation durchgeführt. Eine Narkose ist nur selten notwendig.

Die so entstandenen Steinfragmente werden anschliessend meistens spontan ausgeschieden. Falls die abgehenden Steine den Eingang in die Blase blockieren, ist eine Entfernung mittels einer Sonde (Harnleiterspiegelung), abgekürzt URS (Ureterendoskopie) möglich.

In der Klinik Lindberg besteht die Möglichkeit sich über ein Wochenende behandeln zu lassen. An einem Samstag (Eintrittstag) erfolgt die Behandlung. Der Patient kann meistens am Sonntag entlassen werden und am Montag die Arbeit wieder aufnehmen (keine Arbeitsunfähigkeit). Bei grossen Steinen, einer ungünstigen Lage oder bei Begleiterkrankungen sind entsprechend zusätzliche Behandlungen oder andere Therapieoptionen in Betracht zu ziehen.

Die erste extrakorporale Stosswellentherapie (ESWL) an einem Patienten wurde 1980 von Christian Chaussy mit einem Lithotrypter von Dornier durchgeführt. In vielerlei Hinsicht wurde die Technik der Lithotrypter modifiziert. Moderne Geräte zeichnen sich durch eine gute Desintegrationsleistung bei geringer Nebenwirkungsrate, eine nahezu schmerzfreie Behandlung und einen hohen Bedienungskomfort aus.

Die ESWL ist als Standardverfahren in der Behandlung der Urolithiasis etabliert. Zum jetzigen Zeitpunkt wird bei etwa 90% der Patienten, die bei Steinen in den harnbildenden, bzw. ableitenden Organsystemen eine operative Behandlung benötigen, die ESWL als die Methode der ersten Wahl eingesetzt. Seit der klinischen Einführung des HM-3-Systems (1980) sind inzwischen weit mehr als 10 verschiedene Typen von Lithotryptern im Einsatz.

Die Behandlung erfolgt in der Klinik Lindberg, jeweils samstags. Die Klinik Lindberg benutzt den Lithotrypter "Compact Delta" der Firma Dornier Medizintechnik.

Die Harnleiter

Die Harnleiter zählen zu den paarigen ableitenden Harnwegen und verbinden die Nieren mit der Harnblase. Sie beginnen an den Nierenbecken, und enden in der Harnblase. Innerhalb der Harblase verlaufen sie noch ein kurzes Stück an der Harnblasenwand, wodurch bei stärkerer Füllung der Harnblase ein Rückfluss zur Niere weitestgehend verhindert wird.

Die Harnblase

Die Harnblase ist als Teil des Harntrakts ein Organ, in dem der Urin zwischengespeichert wird. Das Hohlorgan liegt beim Menschen relativ gut geschützt im kleinen Becken. Obwohl aus der Niere ununterbrochen Harn abfliesst, ermöglicht die Harnblase den Harn willentlich und nur von Zeit zu Zeit abzugeben.

Der Hoden / Penis

Der Hoden gehört, wie der Eierstock der weiblichen Individuen, zu den sogenannten Keimdrüsen und produziert Samenfäden sowie Geschlechtshormone, vor allem das Testosteron. Der Penis ist neben dem Hodensack eines der äusseren männlichen Geschlechtsorgane.

Vasektomie (Unterbindung)

Die Vasektomie ist ein einfacher und sicherer Eingriff, der die Passage der Spermien im Samenleiter blockiert. Mit dem Eingriff entsteht eine dauernde Infertilität (Unfruchtbarkeit).

Übersicht

1. Vasektomie (Unterbindung)

Vasektomie

Die Vasektomie ist ein einfacher und sicherer Eingriff, der die Passage der Spermien im Samenleiter blockiert. Mit dem Eingriff entsteht eine dauernde Infertilität (Unfruchtbarkeit).

Vorteil der Vasektomie

Im Vergleich zur Sterilisation der Frau ist die Vasektomie einfacher, effektiver, ist ambulant in der Praxis durchführbar, hat eine geringe Komplikationsrate und ist kostengünstiger.

Wie wird der Eingriff durchgeführt?

Nach der lokalen Rasur erfolgt eine Desinfektion mit Betadine. Vor der Lokalanaesthesie und Hautinzision (5mm) wird der Samenleiter (Ductus deferens) mit dem Daumen und Zeigefinger gefasst. Als Lokalanaesthetikum wird Mepivacain in die Haut appliziert. Dabei ist ev. ein leichter Druck in der Leiste oder dem Hoden spürbar. Das Vas deferens (Samenleiter) wird nach der Durchtrennung 1-2 cm lang gekürzt. Die Enden werden koaguliert (verschorft) und ligiert (unterbunden). Das benutzte Fadenmateriel ist resorbierbar (spontane Auflösung). Eine Fadenentfernung ist somit nicht erforderlich. Die Operation dauert zirka 20 Minuten.

2. Nach dem Eingriff

Wie verhalte ich mich nach dem Eingriff?

Leichtgradige lokale Missempfindungen und eine geringe Schwellung, sowie eine lokale bläuliche Verfärbung der Haut sind nach dem Eingriff möglich und harmlos. Als Schmerzmittel empfielt sich Tylenol oder Dafalgan. Lindernd und abschwellend wirken Coldpacks. Der Heimweg sollte mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder als Mitfahrer angetreten werden. Der Verband sollte 2 Tage belassen und nicht nass werden (lokal nicht duschen oder baden). Nach dem Duschen sollte lokal anstelle eines Frottiertuchs eine Gaze benutzt werden. Das Benutzen eines Fahrrades und eine sportliche Aktivität sollte während 3-4 Tagen unterlassen werden.

Wiederaufnahme der normalen Tätigkeiten

Die Rekonvaleszenz wird nach wenigen Tagen erreicht. Bürotätigkeit kann am Tag nach dem Eingriff und das Heben von Lasten 2 Tage nach der Operation wieder aufgenommen werden. Die vollständige Abheilung wird meistens nach 8-10 Tagen erreicht.

Sexuelle Aktivität

Der geschützte Sexualverkehr kann einige Tage nach der Vasektomie wieder durchgeführt werden. Die Geburtenkontrolle (Schwangerschaftsverhütung) ist bis zum Beweis der Azoospermie (fehlender Nachweis von Spermien) zu beachten. Im Allgemeinen sind 2-3 Monate nach einer Vasektomie bei einer regelmässigen Samenerrgussfrequenz im Sperma keine Spermien mehr nachweisbar. Die mikroskopische Untersuchung des Spermas erfolgt 3 Monate nach dem Eingriff.

Bei einem Auftreten von Symptomen, die länger als 3 Tage anhalten (zunehmende Schmerzen, eine starke Schwellung oder deutlicher Bluterguss, ein sog. Haematom) ist eine nochmalige Beurteilung erforderlich.

3. Risiken und Nebenwirkungen

Was geschieht mit den Spermien nach der Vasektomie?

Die Spermien werden in den Hoden auch nach der Vasektomie weiterhin produziert. Nach ihrem erreichten Lebensalter sterben sie ab, der Abtransport erfolgt über das Lymphsystem wie bei anderen abgestorbenen Körperzellen.

Risiken der Vasektomie

Infektionen und starke Blutungen sind selten. Das sogenannte Spermagranulom, eine harte, gelegentlich schmerzhafte Knötchenbildung gibt einen Hinweis auf ein Spermienleck im Bereiche des durchgetrennten Samenleiters. Diese Veränderung ist harmlos. Therapeutisch sind eine Hochlagerung der Hoden und die Einnahme von Schmerzmitteln angebracht.

Eine mit einem lokalen Druckgefühl des Hoden, des Nebenhodens und des Samenstrangs störende Symptomatik, verursacht durch Sperma in den ableitenden Samenwegen kann 2-12 Wochen spürbar sein. Wie das Spermagranulom ist ein spontanes Abklingen zu erwarten.

Gibt es ungewöhnliche Nebenerscheinungen?

Die Vasektomie blockiert lediglich den Spermienabgang. Die Bildung und der Transport der männlichen Hormone sowie die Sexualität werden durch den Eingriff nicht beeinflusst. Die "Männlichkeit" wird nicht beeinträchtigt. Es treten weder eine änderung der Stimme noch ein schütterer Haarwuchs auf.

4. Sicherheit

Ist die Vasektomie eine 100% garantiert sichere Methode?

Ausser einer totalen sexuellen Abstinenz (Kein Geschlechtsverkehr) gibt es keine 100% sichere Geburtenkontrolle. Theoretisch ist es möglich, dass zwischen den 2 blockierten Enden des Samenleiters Spermien ihren Weg finden können. Eine Rekanalisation ist während den ersten zwei Monaten nach der Vasketomie möglich. Trotzdem ist die Rate der spontanen Rekanalisation extrem selten. Die Methode wird seit mehr als 100 Jahren durchgeführt und gilt als wahrscheinlich sicherste Methode überhaupt. Falls nach 2 Monaten mikroskopisch unbewegliche (tote) oder bewegliche Spermien nachwiesbar sind ist eine nochmalige Untersuchung des Spermas in 1-2 Monaten notwendig. In der Literatur ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft 1/1000 im Vergleich mit anderen Verfahren der Geburtenkontrolle.

Kann die Vasektomie rückgängig gemacht werden (reversibel)?

Die Vasektomie sollte als permanente Methode der Geburtenkontrolle geplant werden. Die sogenannte Vaso-Vasostomie ist möglich. Sie sollte mit Hilfe eines Operationsmikroskopes erfolgen und ist deshalb aufwendig und teuer. Falls sie in einer festen Beziehung leben, sollte Sie sich eine geplante Vasektomie ausgedehnt diskutieren.

5. Sonstiges

Hat die Vasektomie Langzeitrisiken?

Bislang zeigten Langzeigtstudien keine Hinwiese für signifikante Risiken. Männer, die vasektomiert wurden erkrankten nicht häufiger an Krebserkrankungen, Herzleiden oder anderen Gesundheitsproblemen.

1993 wurde in den USA im National Institutes of Health, in der Association for Voluntary Surgical Contraception und im National Cancer Institute bewiesen, dass die Vasektomie eine wenig belastende und sichere Methode für die permanente Geburtenkontrolle ist und im Screening betreffend des Prostatakarzinoms oder anderer Erkrankungen keine Irregularitäten zeigte.

Wichtige Fragen für den operativen Eingriff:

Allergien, eine vermehrte Blutungsneigung, Hauterkrankungen, Eingriffe am äusseren Genitale und den Leisten (Hoden, Samenstrang, Leistenbruch), Harnwegsinfekte und Allgemeinerkrankungen sind wichtige Informationen, ebenso regelmässig einzunehmende Medikamente.

Ist der Entscheid für eine Vasektomie für Sie und Ihre Frau sicher und ausdiskutiert?
Verminderung des Infektionsrisikos:

Keine Intimrasur vor dem Eingriff durchführen. Duschen mit mildem Mittel vor der Operation. Meiden Sie eine üppige Mahlzeit oder alkoholische Getränke direkt vor dem Eingriff.

Kontakt

Gemeinschaftspraxis für Urologie
Marktgasse 41
8400 Winterthur
Tel: +41 52 212 88 81
praxis.urologie.largo@hin.ch